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  • AutorenbildLaura von der Groeben

Das leise Aus für die Karriere: Chronische Rechtfertigung

Kennst Du diese typische Situation, in der Dein Gegenüber dich fragt: "Warum hast Du das gemacht?" und Du sofort in eine Rechtfertigungsschleife gerätst? Du fängst an, Sätze wie "Ich wusste nicht..." oder "Ich musste ja noch..." zu verwenden, oder Du beginnst Deine Aussagen mit "aber" zu formulieren. Diese sind typische Anzeichen für Rechtfertigung.


Das Problem dabei ist, dass sich Menschen, die sich ständig rechtfertigen, klein machen. In meiner Praxis beobachte ich oft, dass Mitarbeiter, die über ein großes Wissen verfügen, Zweifel an ihren eigenen Aussagen haben. Dies kann dazu führen, dass ihr Karriereweg erschwert wird.


Auf der anderen Seite gilt: Wer sich klar für sein Handeln verantwortlich zeigt und seine Perspektiven erklärt, zeigt Stärke und trägt zur Lösungsorientierung bei. Doch leider ist es nicht so einfach, denn chronisches Rechtfertigen ist eine Angstreaktion, mit der wir uns selbst schützen wollen.


Sobald wir in den emotionalen Stressmodus geraten, suchen wir nach Möglichkeiten, uns zu verteidigen, zu schützen und zu erklären. Ursachen für chronisches Rechtfertigen können sein:

  • Eine (vergangene) Umgebung, in der harte Urteile oder Bestrafungen an der Tagesordnung stehen.

  • Eine (vergangene) Umgebung, in der einem nicht geglaubt wird.

  • Eine (vergangene) Umgebung, in der Menschen überreagieren, wenn man einen Fehler macht.

  • Eine (vergangene) Umgebung, in der hohe Kontrolle herrscht oder man "micromanaged" wird.

Wenn wir in die Falle der chronischen Rechtfertigung tappen, kann es passieren, dass wir uns selbst noch mehr Angst machen und auch bei anderen Besorgnis erzeugen. Der Schlüssel liegt darin, dieses Muster zu durchbrechen.

Hier sind einige Schritte, wie es Dir gelingen kann, chronische Rechtfertigung zu überwinden:

  1. Wahrnehmen: Verurteile dich nicht selbst, sondern nimm wahr, wenn Du in dieses Muster gerätst. Dein erster Impuls wird sein, weiterzureden. Bewusstsein ist der erste Schritt zur Veränderung.

  2. Zähle bis 10: Wenn Du den Impuls verspürst zu sprechen, zähle innerlich bis zehn. Angenommen, Du hast einen glutenfreien Salat bestellt und er wird mit Brot serviert. Anstatt dich fünf oder sechs Mal zu entschuldigen und der Bedienung zu erklären, dass Du allergisch bist usw., versuche Folgendes: "Ich habe den Salat tatsächlich ohne Brot bestellt. Könnten Sie das bitte zurücknehmen? Vielen Dank."

  3. Nutze Alltagssituationen, um gezielt Deinen Anti-Rechtfertigungsmuskel zu trainieren. Wir brauchen Zeit, um ein bestehendes Verhaltensmuster mit einem neuen Verhalten zu überschreiben. Mein Tipp ist, das neue Verhalten in "harmlosen" Situationen zu üben.

Indem Du Dich bewusst mit Deinem Rechtfertigungsmuster auseinandersetzt und Schritte unternimmst, um es zu durchbrechen, wirst Du Deine Stärke zurückgewinnen und zu einer lösungsorientierten Kommunikation beitragen. Du wirst merken, wie sich Deine berufliche und persönliche Entwicklung positiv verändern kann.

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