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  • AutorenbildLaura von der Groeben

Keine Angst vor unangenehmen Gesprächen: Wie Du schwierige Gespräche mit Leichtigkeit führst

Ob ein unangenehmes Gespräch mit einem Teammitglied ansteht, in dem Du ihm mitteilen musst, dass er eine erwartete Gehaltserhöhung nicht bekommt oder ein Konfliktgespräch mit einem Kollegen bei dem es um die Aufteilung von Ressourcen geht, ein unangenehmes Gespräch ist nie das Highlight des Tages. Doch wie gelingt es Dir souverän zu bleiben und dieses mit Leichtigkeit zu führen?


Konflikte gehören zum Menschsein dazu, sei es beruflich oder privat. Es gibt viele Möglichkeiten mit Konflikten umzugehen. Wir können uns davor drücken - das ist eine Option.

Das Problem: Dadurch wird die unangenehme Situation nur aufrechterhalten oder die Beziehungen gleich ganz zerstört.


Die zweite Option besteht darin, sich dem unangenehmen Gespräch zu stellen. Es gibt auch verschiedene Möglichkeiten, sich der Spannung zu stellen. Doch natürlich gibt es auch hier einen kleinen Haken, denn oft, passiert es, dass ein solches Gespräch eskaliert und zu einem Streit führt. Das ist der Grund warum viele Menschen durch Erfahrungen gelernt haben, dass es nichts bringt und sie dem Konflikt lieber ausweichen. Daher ist die Fähigkeit, unangenehme Gespräche zu führen, ein echter Game Changer.


Coachingimpuls Nummer 1: Tatsächlich hatte ich kürzlich ein solches Gespräch mit einem Geschäftspartner, und es verlief folgendermaßen: "Ich möchte ein unangenehmes Gespräch mit Dir führen." Indem ich ankündige, was gleich passieren wird, passieren zwei Dinge:

  1. "Name it to tame it" (Nenne es, um es zu bändigen). Der Neuropsychologe David Rock sagt: "Wenn Du eine starke innere Anspannung und Angst verspürst, kannst Du den Stress um bis zu 50% reduzieren, indem Du einfach Deinen Zustand bemerkst und benennst."

  2. Du zeigst Klarheit, denn in dem Du den Grund benennst schneidest Du Dir selbst die Möglichkeit ab nochmal einen Rückzier zu machen und drumherum zu reden.

  3. Du gibst Deinem Gesprächspartner ein fairen Einstieg. Denn auf dieses Weise hat er die Möglichkeit, tief durchzuatmen und sich innerlich auf den Gesprächsverlauf vorzubereiten.

Anfängertipp: Wenn Du Deinen Fähigkeiten im Umgang mit unangenehmen Gesprächen noch nicht vertraust, kannst Du wieder auf das Prinzip "Name it to tame it" zurückgreifen und noch hinzufügen was Deine Angst ist. Das kann dann in etwas so klingen:


"Ich möchte ein unangenehmes Gespräch mit Dir führen. Ich fürchte mich davor, dieses Gespräch zu führen, weil ich Angst habe, dass etwas falsch rüberkommt und ich die Dinge noch schlimmer mache. Bitte sei geduldig mit mir, während ich mich durchzustammele. Für mich ist es wichtiger, dieses Gespräch mit Dir zu führen, weil mir die Beziehung mit Dir viel bedeutet. Können wir dieses Gespräch führen?"


Was passiert psychologisch in diesem Satz?

  1. Teile Deine Emotionen und Befürchtungen:

    1. "Ich fürchte mich davor, dieses Gespräch zu führen, weil ich Angst habe, dass etwas falsch rüberkommt und ich die Dinge noch schlimmer mache."

    2. Auch wenn es sich kontraintuitiv anfühlt, ist das Ansprechen der eigenen Schwäche eine große Stärke. Denn erstens zeigst Du auf diese Zeit Nähe und Verbundenheit und zweitens ist die Befürchtung unbegründet denn Dein Gegenüber erkennt Deine Angst sowieso :)

  2. Äußere Deinen Wunsch:

    1. "Bitte sei geduldig mit mir, während ich mich durchstammele."

    2. Auf diese Weise zeigst Du Deinem Gegenüber klar, wie er dich unterstützen kann.

  3. Äußere Dein Bedürfnis:

    1. "Für mich ist es wichtiger, dieses Gespräch mit Dir zu führen, weil mir die Beziehung mit Dir viel bedeutet.

    2. Menschen wollen andere Menschen in Unterstützen ihre Bedürfnisse zu erfüllen, daher ist es wichtig auch klar zu sagen, was Dein Bedürfnis ist. Zumal steigern Bedürfnisse das Verständnis Deines Gegenübers, denn er versteht was Dich motiviert.

  4. Frage um Erlaubnis:

    1. "Können wir dieses Gespräch führen?"

    2. Ich frage immer um Erlaubnis, denn auf diese Weise baue ich vor, dass der Andere auch bereit für das Gespräch ist - sprich genug Zeit hat und nicht abgelenkt ist.


Coachingimpuls 2: In dem Gespräch selbst kannst Du die FBI-Regel anwenden. FBI steht für Feeling, Behaviour und Impact. Das ist nur ein Merksatz, den Du in beliebiger Reihenfolge verwenden kannst. Wichtig ist nur, dass alle drei Elemente beachtet werden: Deine Gefühle, das Verhalten, das dich so fühlen lässt, und die potenziellen Auswirkungen des Verhaltens.

Feeling

Der erste Schritt ist es Deine Gefühle zu artikulieren. Dabei gilt: Sei so spezifisch wie möglich. Gefühle sollten präziser sein als glücklich, traurig, wütend. "Ich bin wirklich frustriert" oder "Ich fühle mich unwohl."

Dann benenne das Verhalten, das Dein Gesprächspartner gezeigt hat, das dich so fühlen ließ, und sei auch hier wirklich, wirklich spezifisch. Noch spezifischer. Damit Dir das gelingt, nutze Ich-Botschaften "Ich habe gestern die Situation wahrgenommen".

Vermeide unbedingt Aussagen wie "Du machst immer..." oder "Du machst nie". Denn Du-Botschaften können wie ein Angriff wirken und Du kannst sicher sein, dass Dein Gegenüber dann ganz bestimmt das eine Beispiel nennt, in dem er sich anders verhalten hat. Und Du musst zurückrudern. Die Situation ändert dann in einem sich Gegenseitig rechtfertigen.

Behaviour

Nenne das Schlimmste oder das letzte Beispiel und sprich darüber, wie dich das Verhalten in der bestimmten Situation hat fühlen lassen. Ich verweise hier auf das Beispiel von oben: "Ich fürchte mich davor, dieses Gespräch zu führen, weil ich Angst habe, dass etwas falsch rüberkommt und ich die Dinge noch schlimmer mache." Du siehst, dass Du die FBI-Struktur für viele Bereiche nutzen kannst.

Impact

Bei diesem Schritt geht es, um die Auswirkung des Verhaltens. Was ist die Auswirkung des Verhaltens, wenn sich an diesem nichts ändert. Nehmen wir das Beispiel, dass dein Mitarbeiter weiterhin zu spät kommt. "Die Auswirkung, die ich sehe, ist dass die anderen Mitarbeiter im Team frustriert sind oder selbst anfangen pünktlich zu kommen" Oder "Durch Deine Verspätung mussten wir das Meeting mit dem Kunden verschieben, das macht einen umprofessionellen Eindruck"

Mein Geheimtipp an dieser Stelle: Stelle ein gemeinsames Lösungsziel heraus. Auf diese Weise richtet ihr gemeinsam den Blick nach vorne und nicht in die Vergangenheit.


Coachimgimpuls 4: Übung macht den Meister, mein Tipp übe in harmlosen Situationen und schreib Dir vorher zu jedem der drei FBI-Schritte ein paar Stichworte auf. Auf diese Weise trainierst Du Deinen Kommunikationsmuskel.

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