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  • AutorenbildLaura von der Groeben

Sei großzügig!

🎁 Was bedeutet Großzügigkeit überhaupt?

Es geht um ein positives Menschenbild. Es geht darum, Deinem Gegenüber erst einmal zu unterstellen, dass er in jeder Situation das bestmögliche aus seiner Position herausgetan hat. Die Haltung ist "Er kann oder weiß es nicht besser, sonst würde er es besser machen!".


🤓 Nutze psychologische Effekte

Der Vorteil dieser Grundhaltung ist, dass psychologische Effekte genutzt werden, die eine Auswirkung auf das Verhalten des Gegenübers haben. Ein Beispiel dafür ist der Pygmalioneffekt. Der Pygmailoneffekt geht auf ein Experiment von Rosenthal zurück. Er hat Lehrern an einer Schule vorgetäuscht, dass auf der Basis eines wissenschaftlichen Tests die Leistungspotenziale der Kinder eingeschätzt werden sollten. Durch diesen Test würden, so die Schilderung gegenüber den Lehrern, die 20 Prozent Schüler einer Schulklasse identifiziert werden, die kurz vor einem Entwicklungsschub ständen. Bei diesen Aufblühern sei im folgenden Schuljahr mit besonderen Leistungssteigerungen zu rechnen. In Wirklichkeit wurden die 20 Prozent der Schüler jedoch ohne Wissen der Lehrer zufällig per Los ausgewählt. Nach einem Jahr steigerten die Aufblüher ihren IQ viel stärker als Kinder aus der Kontrollgruppe. Weil außer der Information der Lehrer über das vermeintliche Leistungssteigerungspotenzial alle anderen Bedingungen konstant gehalten wurden, kann der einzige Grund für die faktische Leistungssteigerung der Schüler in den Erwartungen der Lehrer gegenüber diesen Schülern gelegen haben. Das Experiment zeigt, dass wir Menschen tendenziell dazu geneigt sind Rollenerwartungen, die an uns gestellt werden, erfüllen.

Dieser Effekt spielt natürlich auch bei der Vertrauensbildung eine Rolle, wenn ich als Führungskraft davon ausgehe, dass ich meinem Mitarbeiter vertrauen kann, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es so ist.


❓Frag Dich: Was könnte die großzügige Interpretation für das Verhalten des Anderen sein?

Ein weiteres Argument, dass für eine Großzügige Haltung spricht, ist, dass Fehler nicht absichtlich Fehler gemacht werden. Kein Mensch steht morgens auf und sagt sich, heute mache ich mal ganz bewusst Fehler.

Ergo: Menschen machen in der Regle nicht blind etwas Blödes. Meistens denken sie sich sogar etwas bei ihrem Verhalten. Daher zeigt meine Erfahrung, dass es sich in der Teamarbeit oft lohnt neugierig die Frage zu stellen: „Was hast Du Dir dabei gedacht? Ich möchte gerne Dein Gedankengang verstehen.“

Gelingt es Dir diese Frage wirklich bewertungsfrei zu stellen, gewinnst Du in dreifacher Hinsicht:

  1. Perspektivwechsel: Du verstehts, woher Dein Gegenüber kommt. Möglicherweise hat er einen Blickwinkel über den Du noch gar nicht nachgedacht hast. Durch die neugierige Frage, siehst du nicht nur deinen Ausschnitt der Welt , sondern auch einen Teil seiner Sichtweise.

  2. Mitarbeiterentwicklung: Wenn sich dein Gegenüber tatsächlich nichts dabei gedacht haben sollte, dann machst Du ihn durch die Frage bewusst, sich Gedanken zu mache, weshalb er wie handelt. Stellst Du die Frage öfters, wird sich dein Mitarbeiter automatisch mehr Gedanken zu seinem eigenen Verhalten machen. Du schulst mit der Frage die Refelxionsfähigkeit deines Gegenübers.

  3. psychologische Sicherheit: Der Mitarbeiter verliert die Angst Fehler zu machen, sein Vertrauen steigt. Dadurch wird zukünftig eher geneigt sein übe Fehler zu sprechen. In der Folge kommen mehr Fehler auf den Tisch. Du kannst in deinem Team mehr Lösungen finden, die Ergebnisqualität steigt.

Übrigens gilt dieser Artikel nicht nur für Dein Gegenüber, sondern ist eins zu eins auf die Kommunikation mit Dir selbst anzuwenden.


Brené Brown ist es gelungen Vertrauen in 7 Facetten runterzubrechen, die dem Konstrukt Vertrauen eine unfassbare Tiefe geben. In dieser Reihe führe ich Dich Schritt für Schritt durch die 7 Facetten und ergänze sie noch durch eine weitere achte Facette. Brené Brown fasst die 7 Facetten unter dem Akronym BRAVING zusammen. Den Link zu den einzelnen Facetten findest Du hier:

BRAVING: B - Boundaries, R - Reliability, A - Accountability, V - Vault, I - Integrity, N - Non-Judgement, G - Generosity and one more thing: Visibility.


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Quellen:

  • Brown, B. (2017). Braving the wilderness: The quest for true belonging and the courage to stand alone. Random House.

  • Edmondson, A. C., Kramer, R. M., & Cook, K. S. (2004). Psychological safety, trust, and learning in organizations: A group-level lens. Trust and distrust in organizations: Dilemmas and approaches, 12(2004), 239-272. ISO 690

  • Gerrig, R. J., & Zimbardo, P. G. (2008). Psychologie. Pearson Deutschland GmbH.


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