Warum verstehen wir uns selbst oft so schlecht, obwohl wir so viel über uns wissen?
- Laura von der Groeben
- 3. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Diese Frage hat mich gestern Abend nach unserem DBVC-Regionalgruppentreffen noch lange beschäftigt.
Gemeinsam mit der wunderbaren Dr. Alica Ryba sind wir tief in die Welt der Neuropsychologie, des Coachings und der Persönlichkeitsentwicklung eingetaucht. Als langjährige wissenschaftliche Wegbegleiterin von Gerhard Roth hat sie eindrucksvoll gezeigt, wie viel komplexer Veränderung tatsächlich ist.
Ein Gedanke hat mich dabei besonders bewegt: Wir können uns selbst nie vollständig verstehen. Denn ein wesentlicher Teil unserer Persönlichkeit, unserer Motive und unserer Entscheidungen entsteht unbewusst.
Das erklärt vielleicht auch, warum wir so häufig erleben: Ich weiß eigentlich, was richtig wäre UND trotzdem handle ich immer wieder anders.
Denn Wissen allein verändert Verhalten nicht. Genau deshalb reicht es im Coaching oft nicht aus, nur über Probleme zu sprechen oder Zusammenhänge zu verstehen. Nachhaltige Veränderung entsteht dort, wo Kognition, Emotion und Körper zusammenkommen.
Weitere Gedanken, die ich aus dem Abend mitnehme:
🧠 Der Körper weiß manchmal schon etwas, bevor unser Verstand es in Worte fassen kann.
🧠 Gute Coaches suchen nicht nach ihrer Lieblingsmethode, sondern nach der Intervention, die zu genau diesem Menschen und genau diesem Anliegen passt.
🧠 Neugier ist oft wirkungsvoller als Interpretation. Nicht vorschnell erklären, sondern gemeinsam erkunden.
🧠 Veränderung beginnt selten mit der perfekten Antwort – sondern mit den richtigen Fragen.
Mich hat außerdem beeindruckt, mit welcher Wärme Alica von ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit Gerhard Roth erzählt hat. Zwischen wissenschaftlicher Exzellenz, humorvollen Anekdoten und einer großen Portion Menschlichkeit wurde spürbar, warum seine Arbeit bis heute so viele Coaches, Führungskräfte und Psycholog prägt.
Ich freue mich schon sehr darauf, viele dieser Themen bald noch einmal in meinem Podcast mit Alica zu vertiefen – unter anderem die Frage, warum Veränderung so schwerfällt, welche Rolle unser Körper dabei spielt und was Führungskräfte und Coaches aus der Neuropsychologie für ihre tägliche Arbeit lernen können.




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