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80 Jahre Kloster Wald

Was für ein Glück war ich auf einem Mädcheninternat! Dieses WE war Urwälderinnen-Treffen in Kloster Wald. Ein Ort, der seit 80 Jahren Frauen formt, stärkt und in ihre wahre Größe begleitet. Für mich ist Kloster Wald weit mehr als nur eine Schule; es ist das Fundament meiner eigenen Entwicklung, ein Ort, der mich vor über 20 Jahren in seinen Bann zog und dessen Geist mich bis heute prägt.

Mein Weg nach Wald.

Ich erinnere mich noch genau: Es war 2001, ich grade ein Teenager. Und ich habe eine Entscheidung getroffen, die meine Mutter aus allen Wolken fallen ließ.


Ich wollte unbedingt aufs Internat. Heimlich hatte ich mir Infomaterial bestellt, womit ich nicht gerechnet hatte, dass die Internatsleitung der schriftlichen Anfrage nach Infos hinterher telefoniert. Als der Anruf bei meiner Mutter einging, fiel sie aus allen Wolken. Nach vielen Gesprächen und noch mehr Überzeugungsarbeit durfte ich schließlich zu einem Schnupperwochenende nach Wald.


Und so nahm alles seinen Lauf. In Wald fand ich nicht nur ein Zuhause auf Zeit, sondern Freunde fürs Leben, machte prägende Erfahrungen und durfte so viel lernen, was weit über den Lehrplan hinausging.


Rückblick auf ein prägendes Kapitel


Selten wird ein Lebensabschnitt so greifbar wie in einem Kreis von Frauen, die durch eine gemeinsame Geschichte, gemeinsame Werte und eine unerschütterliche Verbundenheit geprägt sind. Und genau das ist dieses Wochenende in Wald passiert. Von den ersten Jahrgängen ab 1946 bis heute – jede einzelne Frau trug ihre einzigartige Essenz bei. Die Geschichten der fast 90-jährigen Pionierinnen, die den Aufbau von Kloster Wald nach dem Krieg miterlebten. Sie waren lebendige Zeugnisse von Resilienz, Mut und der unbedingten Fähigkeit, aus dem Nichts etwas Großes zu erschaffen. Diese Frauen verkörpern, den Waldergeist. Und genau diese Gemeinschaft war es, die mir Lektionen fürs Leben erteilte, die sich tief in mein Bewusstsein eingebrannt haben. Ich denke an eine Mitschülerin, die auf einem Italien-Trip 50 Euro am Strand verlor. Damals viel Geld für eine Schülerin und ich weiß wie sehr ich mich darüber geärgert hätte. Nachdem wir gemeinsam mehr als 30 Minuten gesucht hatten, sagte sie mit einer bewundernswerten Gelassenheit: „Es lohnt sich nicht, sich drüber zu ärgern, lasst uns lieber den Nachmittag genießen, wir sind nur einmal hier.“ Eine einfache Aussage, die mir die Kraft der Akzeptanz und des Loslassens lehrte. Oder die Mitschülerin, die uns, als wir über jemanden lästerten, fragte: „Wie würde es dir gehen, wenn du nicht im Raum bist und wir so über dich sprechen?“ Ein Moment, der mich die Bedeutung von Empathie und Integrität lehrte. Diese Erfahrungen, der Geist der Schwestern, das morgendliche Vater unser, die christlichen Werte – all das hat mich gelehrt, wie man mit- und füreinander lebt und wirkt. Ich habe diese Zeit geliebt und bin unendlich dankbar dafür.


Leistung aus Fülle

Mit Wald verbinde ich vor allem Leichtigkeit und Lebensfreude – und genau das hat man in diesem Treffen gespürt. Kein Konkurrenzdenken, kein Vergleichen, sondern ehrliche Anerkennung und gegenseitige Inspiration.

Da war dieses Gefühl von Zugehörigkeit und echtem Support. Frauen, die sich gegenseitig stärken, statt sich beweisen zu müssen. Erfolge wurden gefeiert, Erfahrungen offen geteilt und auch Herausforderungen hatten ganz selbstverständlich Platz.

Für mich war das ein schönes Beispiel dafür, wie viel entsteht, wenn Menschen nicht aus Druck oder Ego handeln, sondern aus innerer Klarheit und Wohlwollen heraus.


Der Ripple Effect einer wahren Gemeinschaft

Dieses Wochenende war für mich mehr als ein nostalgischer Rückblick. Es war die Erinnerung daran, wie stark Gemeinschaft sein kann. Wie viel möglich wird, wenn Frauen sich gegenseitig tragen, statt gegeneinander zu arbeiten. Und wie sehr Haltung, Energie und Entscheidungen nach außen wirken.


Das Urwälderinnen-Treffen hat mich daran erinnert: Echte Wirksamkeit entsteht oft genau dort, wo Menschen sich gegenseitig begegnen.

 
 
 

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