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  • AutorenbildLaura von der Groeben

Eine toxische Kultur kostet Dich bares Geld

Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Laut der Gallup-Studie verlassen Mitarbeiter ein Unternehmen mit am häufigsten auf Grund des Vorgesetzten. Jeder Zweite der Befragten gab zu, einen Job bereits verlassen zu haben, weil man Probleme mit dem Manager beziehungsweise der Managerin habe. 70 Prozent der Faktoren, die zu einer beruflichen Unzufriedenheit beitragen, hängen laut der Studie direkt mit dem Vorgesetzten zusammenhängen. Für mich als Psychologin bestätigt die Studie nur etwas, was wir aus der Organisationspsychologie längst wissen: Vorgesetzte, die ihre Mitarbeiter öffentlich vorführen, anschreien, durch Bemerkungen kränken oder ignorieren, richten einen großen Schaden an.


Der wirtschaftliche Schaden ist enorm:

  • Fluktuation kostet richtig Geld. Einen Mitarbeiter zu ersetzen kann für ein Unternehmen den Kostenaufwand eines zweifachen Jahresgehalts bedeuten. Bei Leistungsträgern, die ca. 400 % leistungsstärker als die durchschnittlichen Mitarbeiter sind, kann der Verlust dieser hoch qualifizierten Mitarbeiter eine as­t­ro­no­mische Auswirkung auf den Nettoprofit des Unternehmens haben.

  • Fachkräftemangel wird sich in den nächsten 15 Jahren voraussichtlich nicht verbessern. Laut dem Portal für Personalwirtschaft kostet dieser die deutsche Wirtschaft jährlich 84 Milliarden US-Dollar.

  • Ausfall auf Grund von psychischen Belastungen steigt. Seit 2010 haben die Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um 56 Prozent zugenommen. Außerdem führen diese Erkrankungen mit durchschnittlich 30,3 Tagen je Fall zu langen Ausfällen.

Diese Zahlen müssen ergänzt werden, durch weitere versteckte Kosten ergänzt werden:

  • Probleme, die nicht angesprochen werden aus Angst vor der Reaktion des vorgesetzten. Auf diese Weise wird es versäumt Lösungen zu finden.

  • Performance der Mitarbeiter fällt. Denn die Mitarbeiter sind unzufrieden, fühlen sich gesstresst. Die Folge ist eine verminderter Arbeitsleistung und geringere Bindung an das Unternehmen.

"Wir können diese Zahl nicht sagen, sie rastet aus", so Anke und ihre Kollegen. Die Folge war, dass diese unter den Tisch fallengelasssen wurde. Natürlich folg die Situation auf, doch erst mehrere Monate später und dann kamen entsprechende Folgekosten dazu. Dieselbe Vorgesetzte schrie einen Mitarbeiter an "Sie versprechen mir JETZT nie wieder einen Fehler zu machen." Von außen betrachtet utopisch und lächerlich. In der Situation selbst erleben der Mitarbeiter einen hohen Stressfaktor. Die toxische Kultur erlaubt keine Fehler. Die pragmatische Lösung, diese zu vertuschen.


Diese Zusammenhänge hat ein Forschungsteam der Universität Bielefeld und der Universität Trier anhand von kununu Daten beleuchtet. Für die Studie wurde der Datenbestand der Jahre 2016 und 2017 herangezogen, dabei wurden 37.308 quantitative Bewertungen und 3.725 Textkommentare ausgewertet:

  • Erschreckend ist, dass in 85 Prozent der befragten Unternehmen toxisches Führungsverhalten auf Basis der Analyse nachgewiesen werden.

  • Bei 21 Prozent wurde sogar ein ausgesprochen toxisches Führungsklima nachgewiesen.

  • "Der Fisch stinkt immer vom Kopf." Das alte Sprichwort wurde durch die Studie auch untermauert, denn nicht nur die direkten Vorgesetzten werden in der Befragung als ursächlich genannt.

Schlechte Führung führt dazu, dass das Führungsklima insgesamt toxisch wird. Denn wenn schlechte Führung geduldet wird, kann sich diese auf das gesamte Unternehmen übertragen.


Was gibt es für Lösungen? Es ist möglich die Kultur bewusst zu gestalten und eine toxische Kultur in eine Erfolgskultur zu wandeln. Natürlich braucht dieser Prozess Zeit und erfordert ein hohes Commitment des Unternehmers und den Beteiligten. Diese Investition lohnt sich nicht nur für das Arbeitsklima, sondern vor allem finanziell für die Unternehmen.


Dabei ist es entscheidend, dass sich die Unternehmen intensiv mit ihrem Kulturleitbild auseinandersetzen. Werte definieren, die nicht nur an der Wand hängen und dort vergilben. Sondern mit Leben gefühlt werden. Ein absolutes Vorzeigebeispiel dafür ist BORCO HÖHNS, dem Marktführer für Verkaufsfahrzeuge ist es gelungen die Unternehmenskultur bewusst zu gestalten und auf diesem Weg entschlossen gegen den Fachkräftemangel vorzugehen.


Ich unterstütze Unternehmen beim Wandel Ihrer Unternehmensstrukturen in sinnhafte Erfolgsebenen. Wenn Du wissen willst, wie Du Dich und Deine Teamkultur erfolgreich aufstellst. Und wie es Dir gelingt in Deinem Team Werte zuetablieren - OHNE dass diese an großen Wandtafeln an der Wand vergilben - dann melde dich bei der kostenlosen Leadership Lounge an, um mehr zu erfahren.



GALLUP Report
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Quellen:


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